Eichsfeldlied

Das von Hermann Iseke, einem der bekanntesten Heimatdichter der Region, um 1900 getextete Eichsfeldlied ist die Hymne des Eichsfeldes. Das bei vielen privaten, öffentlichen und auch kirchlichen Anlässen gesungene Eichsfeldlied hat eine besondere, fast schon patriotische Bedeutung für die Eichsfelder. Durch die deutsche Teilung und der damit verbundenen Teilung des Eichsfeldes wurde die Bedeutung noch verstärkt. Traditionsgemäß wird das Eichsfeldlied auch zur Heimensteiner Kirmes angestimmt. Es erklingt während des großen Festumzuges am Pfingstmontag, wenn der Bürgermeister der Stadt Heiligenstadt mit dem Landrat des Eichsfeldkreises und dem Kirmesvorstand mit seinen Platzmeistern und Gästen gemeinsam mit dem Propst vom Fenster der Propstei die Besucher des Heimensteiner Kirmesumzuges begrüßen. Wenn der Landrat das Lied anstimmt, ertönt von der gesamten versammelten Gemeinde in lautstarkem und ergreifendem Gesang das E I C H S F E L D L I E D.

1

Bist du gewandert durch die Welt,
auf jedem Weg und Pfade,
Schlugst auf in Nord und Süd dein Zelt,
an Alp und Meergestade:
Hast du mein Eichsfeld nicht geseh’n
mit seinen burggekrönten Höh’n
und kreuzfidelen Sassen,
dein Rühmen magst du lassen!

2

Dort, wo die junge Leine fließt,
die Unstrut wallt zu Thale,
der Hülfensberg die Werra grüßt,
der Ohmberg seine Hahle,
die Wipper flutet durch die Au:
landauf, landab welch feine Schau
auf Thal und Hügelketten
und schmucke Siedelstätten!

3

Beut auch die Scholle ihren Sold
oft karg der Müh’, dem Schweiße:
nur frischer durch die Adern rollt
das Blut bei frohem Fleiße!
Und ist die Welt nicht breit und lang?
Hinaus mit Reff und Arbeitsdrang!
Es zollt auch fremde Erde
das Gut dem heim’schen Herde!

4

Dem Herd, an dem in frommer Zucht
die treue Gattin waltet.
Und Kindern, gleich des Ölbaums Frucht,
die Händchen betend faltet;
dem Haus, wo noch der Herrgott gilt,
und nicht nur, was den Magen stillt,
wo felsenfester Glaube
die Blicke hebt vom Staube.

5

Eichsfelder mit Frohwanderblut
und liederreicher Kehle,
Heim, heim steht all dein Herz und Mut,
dein Sinn und deine Seele.
Heim, wo das Kreuz vom Hügel ragt
und dir von Gottes Liebe sagt!
Schlägt deine letzte Stunde,
es sei auf Eichsfelds Grunde!